Selbstbestimmung: Hurentag im Zeichen des Gesetzes
Berliner Sexarbeiter*innen haben eine alternative Gesetzgebung für ihre Arbeit vorgelegt
»Solange die meisten von uns weiterhin mehrfach diskriminiert werden, so lange sitze ich hier und kämpfe für uns und unsere Arbeit!« Etwa vierzig Menschen nicken, klatschen und befragen die Rednerin Blade den ganzen Abend lang zu Aufenthaltsstatus, Registrierung und zu dem Rechtsdokument, das ihre Organisation zusammen mit Anwält*innen monatelang erarbeitet hat. Sie alle passen gerade noch in das Hinterzimmer der queeren Neuköllner Bar »Silverfuture«, die seit bald 20 Jahren eine sichere Anlaufstelle für viele in der Berliner LGBTQ-Community ist. Und neben den »Kings« und »Queens« sind hier laut Selbstverständnis auch »Criminal Queers« willkommen. Das gibt vielleicht einen Hinweis darauf, warum diese Veranstaltung gerade hier stattfindet. Denn mit der Arbeit, von der Blade spricht und für die sie kämpfen will, meint sie ihre eigene: Sexarbeit. Und die sei eben kriminalisiert, sagt sie.